Mit dem Neubau des FlexBase Technologiezentrums in Laufenburg entsteht auf dem ehemaligen Swissgrid-Areal ein Projekt von nationaler Bedeutung. Das zukunftsweisende Zentrum umfasst einen grossskaligen Batteriespeicher, ein KI-Rechenzentrum sowie die grösste Photovoltaikfassa-de der Schweiz - wenn nicht sogar der ganzen Welt. A+W ist bei der Planung der gesamten Ge-bäudetechnik beteiligt und unterstützte die Projektentwicklung frühzeitig mit Simulationen im Be-reich Photovoltaik.
Eine Fassade, vier Seiten, eine Idee
Das architektonische Herzstück des Projekts ist eine geschwungene Photovoltaikanlage, die alle vier Fassadenseiten des Gebäudes umhüllt und dessen Erscheinungsbild massgeblich prägt.
Kennzahlen
Installierte Leistung: ~2 MWp
Modulfläche: ~11'000 m²
Simulierter Jahresertrag: ~800 MWh
Drei der vier Seiten tragen vollflächig belegte Solarmodule, montiert an einer vorgehängten Stahlkonstruktion. Dieser Freiraum schafft wertvolle Funktionsfläche: Grossvolumige Wasserspeicher für die Gebäudekühlung sowie Notausgänge finden hier ihren Platz.
Die Haupteingangsseite folgt einer anderen Logik: Die Module werden mit leichter Neigung zwischen den Fensterbändern als hinterlüftete Fassade integriert – Ästhetik und Energieertrag gehen hier Hand in Hand.
Simulation als Planungsinstrument
Das Solarteam von A+W führte eine detaillierte Verschattungsanalyse inklusive Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsberechnung durch und ermittelte die projektspezifischen Kosten – eine wesentliche Grundlage für die Entscheidungsfindung von Architektur und Bauherrschaft.
VISUALISIERUNG VERSCHATTUNG
Ertragssimulationen sind bei gebäudeintegrierten Photovoltaikanlagen ein zentrales Werkzeug. Sie ermöglichen es, Ertragsminderungen durch Umgebungs- oder Eigenverschattung frühzeitig zu erkennen und verschiedene Varianten – Modulbelegungen, Neigungen, Fassadenstrukturen – direkt zu vergleichen. So entsteht bereits in frühen Planungsphasen eine fundierte, energetisch und wirtschaftlich optimierte Entscheidungsgrundlage.
Modulengineering: das Solarmodul als Designelement
Neben der PV-Fachplanung – Wechselrichterauslegung, Koordination mit Elektroplanung und Brandschutzkonzept – umfasste die Arbeit des Solarteams auch das Modulengineering: die Detailplanung des Moduls selbst. Welche Zelltypen kommen zum Einsatz? Wo liegen die inaktiven Zonen? Welches Glas wird verwendet, welche Farbe erhält das Modul?
Ein Referenzbeispiel aus der Praxis von A+W mit ähnlichem Moduldesign ist das Projekt Bern 131: blaue Module ohne homogene Oberflächenoptik – ein Gestaltungsziel, das auch beim Technologiezentrum verfolgt wird. Die Module wurden mit der Rückseite nach aussen montiert. Da Zellrückseiten produktionsbedingt weniger bearbeitet werden, entsteht eine leicht variable Textur über die gesamte Modul- und Fassadenfläche. Diese Heterogenität ist ein bewusstes Gestaltungselement.
BILD BERN 131
Ertragsbetrachtung: Die Rückseitenmontage geht mit einem geschätzten Minderertrag von 10 – 15 % einher. Ein Wert, der direkt in Ertragsprognose und Wirtschaftlichkeitsrechnung einfliesst.
Ausblick
A+W blickt mit Stolz auf die Mitwirkung an diesem Vorzeigeprojekt der gebäudeintegrierten Photovoltaik und freut sich auf das fertige Ergebnis. Mit dem Start der nächsten Projektphase endet das Engagement des Solarteams – die übrigen Gewerke des Projekts begleitet A+W weiterhin mit vollem Einsatz.
