«Dank unserer A+W-Personalvorsorgestiftung haben wir mehr Selbstbestimmung»

Stephan Hürzeler, CFO der A+W-Gruppe, ist unter anderem zuständig für die firmeneigene Personalvorsorgestiftung. In einem Gespräch erzählt er, warum sich eine eigene Personalvorsorgestiftung für A+W nach wie vor lohnt und inwiefern die Corona-Krise Einfluss auf die PK hatte.

Stephan, du bist zuständig für die Personalvorsorgestiftung von A+W. Wie bist du zu dieser Position gekommen?

Dass ich für die Personalvorsorgestiftung verantwortlich bin, hat sich aufgrund der Organisationsstruktur so ergeben: Als CFO fällt das klar in meinen Aufgabenbereich. Denn wie in anderen mittelgrossen Unternehmungen, die eine firmeneigene Pensionskasse haben, wird auch bei Amstein + Walthert jeweils der CFO mit der Geschäftsführung der Stiftung betraut. Das macht natürlich Sinn, denn aufgrund der Ausbildung und der Erfahrung bringe ich als CFO, respektive Finanzchef das notwendige Rüstzeug für dieses Mandat mit.

A+W verfügt über eine eigene Personalvorsorgestiftung. Inwiefern ist das besonders oder selten?

Im Bereich der beruflichen Vorsorge geht die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz kontinuierlich zurück. Und dies seit einiger Zeit. Immer mehr Unternehmungen regeln die Vorsorge über eine Sammelstiftung oder eine Gemeinschaftseinrichtung und nicht mehr über eine firmeneigene Pensionskasse. Die Gründe dafür sind divers: steigende Komplexität aufgrund der finanziellen und demografischen Situation, hohe Anforderungen im Bereich der Regulierung sowie steigende Kosten. Amstein + Walthert stemmt sich gegen diesen Trend und schafft es, den Destinatären – also den Begünstigten – mit schlanken Strukturen eine attraktive und kostengünstige Vorsorge zu ermöglichen. Ausserdem hat A+W eine Grösse, bei der es sich lohnt, eine eigene Vorsorgeeinrichtung zu führen. Für kleinere Unternehmen würde sich das gar nicht lohnen.

Seit wann gibt es die A+W-Personalvorsorgestiftung?

Wie das früher bei vielen Unternehmungen der Fall war, richtete 1974 auch Amstein + Walthert, damals noch unter dem Namen Brauchli & Amstein firmierend, einen Personalfürsorge-Stiftungsfonds ein. Mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge wurde 1986 mit dem Zweck der Durchführung der beruflichen Vorsorge die heutige Personalvorsorgestiftung mittels Widmung des Vermögens aus dem Personalfürsorge-Stiftungsfonds errichtet.

Wie ist die Personalvorsorgestiftung von A+W aufgebaut?

Die A+W-Personalvorsorgestiftung ist als umhüllende Pensionskasse ausgestaltet. Das heisst, die Versicherten bauen nach dem Beitragsprimat ein Altersguthaben auf, das über dem BVG-Minimum liegt. Als sogenannte teilautonome Vorsorgeeinrichtung trägt sie sämtliche Risiken wie Tod, Invalidität, Langlebigkeit sowie die Anlagerisiken selbst. Für die Absicherung der Spitzenrisiken hat sie eine Stop Loss-Rückdeckung mit einer Versicherungsgesellschaft abgeschlossen.

Welche Bedingungen gelten bei der Personalvorsorgestiftung von A+W für die Mitarbeitenden?

Die Bedingungen sind abschliessend im Vorsorgereglement erläutert, in dem auch der Vorsorgeplan abgebildet ist. Wie bereits oben erwähnt, ist der Plan umhüllend, enthält also neben den BVG-Minimalleistungen auch überobligatorische Anteile. Ausserdem gelten natürlich die Bestimmungen des BVG, des Freizügigkeitsgesetzes und der entsprechenden Verordnungen, insbesondere die der BVV 2.

Stephan Hürzeler, CFO der A+W-Gruppe im Interview

Welche Vorteile bringt eine eigene Personalvorsorgestiftung?

Trotz der bereits erwähnten Herausforderungen und dem damit zusammenhängenden Schwund von unternehmenseigenen Vorsorgestiftungen bekennt sich A+W klar zu einer firmeneigenen Personalvorsorgestiftung. Die gewählte Pensionskassenlösung hängt stark mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung und der damit verbundenen Selbstverantwortung zusammen. Die Unternehmung – gemeinsam mit den Arbeitnehmenden im Stiftungsrat – profitiert von der Möglichkeit, die Finanzierung und die Leistungen bei Invalidität, Tod und Alter selbst zu wählen. Ausserdem kann die Anlagestrategie im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen frei definiert werden. Auch bei der Verzinsung der Altersguthaben und der Höhe des technischen Zinssatzes sowie des Umwandlungssatzes kann der Stiftungsrat im Gegensatz zu einer Vorsorgekommission in einer Sammelstiftung freier agieren. Darüber hinaus steht die firmeneigene Stiftung nicht in Konkurrenz mit anderen Vorsorgeeinrichtungen, wie das bei Sammeleinrichtungen der Fall ist. Deswegen muss sie auch keine Kompromisse eingehen, um für neue Anschlüsse attraktive Bedingungen zu schaffen, die sich für andere Versichertengruppen als nachteilig erweisen könnten.

In welcher Hinsicht ist die Personalvorsorgestiftung von A+W bemerkenswert? Wodurch hebt sie sich von anderen ab?

Die A+W-Personalvorsorgestiftung ist aus finanzieller Sicht ausserordentlich gut aufgestellt. Per Ende 2019 betrug der Deckungsgrad – dank dem ausserordentlich guten Jahr an den Kapitalmärkten – hohe 125.6%. Es konnten sogar freie Mittel geäufnet werden. Durch das hohe Wachstum von Amstein + Walthert in den letzten Jahren ist der Anteil der Rentner am Vorsorgekapital sehr klein geblieben. Damit ist auch die strukturelle Risikofähigkeit nach wie vor sehr hoch.

Mit einem Durchschnittsalter von 37.1 Jahre bei den Aktivversicherten und gerademal 53 Rentner auf 910 aktive Versicherte, steht die Kasse auch aus demografischer Sicht sehr gut da. Im Branchenvergleich der Gebäudetechnikplaner bietet die A+W-Personalvorsorgestiftung ihren Versicherten attraktive Leistungen.

Wie navigierte die Personalvorsorgestiftung durch die aktuelle Corona-Krise und den damit verbundenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten?

Nach dem herausragenden Börsenjahr 2019 mit einer Performance von 13.4% und einem guten Start ins 2020 kam gegen Ende Februar der grosse Schock. Aufgrund der Corona-Krise gerieten die Anleger in Panik und korrigierten die Kapitalmärkte teilweise in noch nie dagewesenem Ausmass. Aufgrund unserer Anlagestrategie sind wir aber sehr breit diversifiziert und verloren im ersten Quartal des laufenden Jahres «nur» ca. -9.0%. Überraschenderweise fanden die Märkte rasch einen Boden und holten die Verluste bis Ende Juni grösstenteils wieder auf. Auch die Jahresperformance der A+W-Personalvorsorgestiftung liegt nur noch leicht im negativen Bereich.

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