© Adrien Barakat

So gross und zugleich so nachhaltig

Mit der Fertigstellung der LEED Zertifizierung wird das Projekt «The Circle» zum grössten LEED-PLATINUM Projekt in Europa und gleichzeitig zu einem der grössten weltweit, welche das höchste Zertifizierungslevel des LEED Standards erreicht haben. Bei Amstein + Walthert war Christoph Dewald für das Zertifizierungsmanagement verantwortlich. Im Interview gibt er uns einen kurzen Einblick in seine Arbeit.

Der Circle ist in vielerlei Hinsicht ein Projekt der Superlative. Mit LEED-PLATINUM hat es vor kurzem im Bereich der Nachhaltigkeit nun auch das höchste Zertifizierungslevel des internationalen LEED Systems erreicht. Christoph, was macht das Projekt aus deiner Sicht so besonders?

Bauprojekte haben immer einen Einfluss auf die bestehende Situation und zukünftige Entwicklung eines Ortes. Aus diesem Grund spielen die nachhaltige Planung, Entwicklung und Umsetzung von Gebäuden und Infrastrukturen eine so bedeutende Rolle. Mit «The Circle» als grösstes Bauprojekt der Schweiz zeigt sich, dass auch sehr grosse Projekte sehr nachhaltig geplant und umgesetzt werden können. Dies beweist die Auszeichnung mit dem unabhängigen und internationalen LEED-PLATINUM Standard.

«Die LEED-PLATINUM Zertifizierung von «The Circle» ist das Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.»

Dewald Christoph
Bereichsleiter

Was waren die Voraussetzungen für die Erreichung dieser besonderen Nachhaltigkeitsleistung?

Im Rahmen des LEED Systems werden sogenannte LEED Creditpunkte für die erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsmassnahmen vergeben. Je mehr dieser projektspezifischen Nachhaltigkeitsmassnahmen umgesetzt werden, desto besser fällt die Nachhaltigkeitsbewertung eines Projekts aus.

LEED-PLATINUM wird ab 80 LEED Creditpunkten erreicht. Mit 93 erreichten LEED Creditpunkten übersteigt «The Circle» diese Grenze deutlich. Daran erkennt man, dass die Bauherrschaft, bestehend aus Flughafen Zürich AG & Swisslife AG, ihre Nachhaltigkeitsziele für das Projekt von Beginn an sehr hoch gesteckt hat. Dies wiederum war die Grundlage für HRS Real Estate als TU, ein solch aussergewöhnliches Projekt erarbeiten zu können, bei dem die Lösungsansätze im Bereich der Nachhaltigkeit bei Planung und Realisation ganzheitlich und stetig optimiert wurden.

Von der Zielvereinbarung über die Planung und Umsetzung des Projekts haben es die Beteiligten geschafft, ihre verschiedenen Interessen untereinander abzustimmen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die LEED-PLATINUM Zertifizierung von «The Circle» ist das Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.

Wo bestanden aus deiner Sicht die grössten Herausforderungen bei der Umsetzung des LEED-PLATINUM Standards?

Auch hier ist sicher wieder die Grösse des Projekts zu nennen. Diesmal jedoch nicht die Dimensionen des Gebäudes selbst, sondern die Grösse und damit verbundene Komplexität der Projektstruktur. Beim Circle hatten wir es nicht mit einem einzelnen Projektteam zu tun, vielmehr war die Bearbeitung des Projekts u.a. über drei unterschiedliche Teams strukturiert, welche unter Berücksichtigung des Gesamtprojekts alle an einem eigenen Teil gearbeitet haben. Dieser Ansatz musste bereits zu einem frühen Zeitpunkt in die Planung der Planung einfliessen und bei Koordination, Controlling bzw. Qualitätssicherung berücksichtigt werden. Auch bei der Realisierung gab es wesentlich mehr Schnittstellen für die Zertifizierung als üblich. Ein wichtiger Punkt, der bei der Projektorganisation der Umsetzung berücksichtigt werden musste.

Wie wurde den beschriebenen Herausforderungen bei der täglichen Arbeit an diesem Projekt Rechnung getragen?

Bei jedem Projekt ist es wichtig, den Überblick sowohl über das grosse Ganze als auch über die einzelnen Teile und Details zu behalten, um es letztlich in die Richtung zu steuern, in die es gehen soll. Aufgrund der Grösse und Komplexität war dieser Aspekt beim Circle fundamental. Voraussetzung hierfür sind unter anderem die notwendige Erfahrung, das Prozess- und Fachwissen, die Kommunikationsfähigkeit und die stetige Zielorientierung bei den Projektverantwortlichen aus Planung und Realisation. Sie definieren die Planungs- und Umsetzungsprozesse, welche so robust und leistungsfähig sein müssen, dass sie ein solches Projekt in allen Bereichen über viele Jahre managen und auf Kurs halten können. Amstein + Walthert hat sehr gute Teams, die über alle notwendigen Kompetenzen verfügt, um Projekte in dieser Grösse und Qualität zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern erfolgreich umzusetzen.

Was bedeutet die Arbeit an diesem Projekt für dich ganz persönlich, Christoph? Welche Erkenntnisse nimmst du daraus mit?

Ich persönlich betrachte «The Circle» als ein «once in a lifetime»-Projekt und bin dankbar, dass ich bei Amstein + Walthert die Möglichkeit hatte, an solch einem Projekt mitwirken und entsprechende Erfahrungen sammeln zu können. Insbesondere danke ich unseren Gesamtprojektleitern, die mit ihrer langjährigen Erfahrung nicht nur mich sehr umsichtig durch das Projekt geführt haben. Das Projekt «The Circle» zeigt für mich einmal mehr, welche Klasse erreicht werden kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.