© Donato Caspari
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Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil Erkenntnisse aus dem A+W Forum 2026

Nachhaltigkeit ist heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Faktoren strategisch integrieren, steigern Effizienz, Resilienz und Innovationsfähigkeit. Gerade in der Bau- und Immobilienbranche wird sie damit zu einem zentralen Erfolgsfaktor.

Einordnung und zentrale Erkenntnisse

Nachhaltigkeit ist längst keine reine Frage der Verantwortung mehr. Sie ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Unternehmen, die Nachhaltigkeit systematisch in ihre Wertschöpfung integrieren, sichern sich klare Vorteile im Markt.

Das A+W Forum 2026 zeigt deutlich, dass Nachhaltigkeit ähnlich wie die Digitalisierung die grundlegenden Mechanismen wirtschaftlichen Handelns verändert. Seit über 20 Jahren bringt Amstein + Walthert mit dem Forum führende Expertinnen und Experten aus Planung, Bau und Wirtschaft zusammen, um genau diese Entwicklungen einzuordnen und in die Praxis zu übersetzen.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe, moderiert von Katja Stauber, stand eine entscheidende Frage: Wie wird Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil?

Struktureller Wandel der Wirtschaft

Nach Einschätzung von Prof. Dr. Julia Binder vom IMD Lausanne befinden wir uns nicht in einer Übergangsphase, sondern in einer strukturellen Transformation. Globale Lieferketten werden neu bewertet, Ressourcenknappheit rückt stärker in den Fokus und regulatorische Anforderungen verändern die Rahmenbedingungen.

Unternehmen, die Nachhaltigkeit konsequent integrieren, erhöhen nicht nur ihre ökologische Wirkung, sondern auch ihre Effizienz, Resilienz und Innovationsfähigkeit.

«Nachhaltigkeit ist kein Zusatz zum bestehenden Geschäft, sondern verändert das Geschäft in seinen Grundlogiken. Unternehmen, die heute in Resilienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung investieren, sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit von morgen.»

Prof. Dr. Julia Binder
Professorin für Business Transformation, IMD Lausanne

Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Hebel

Ein zentrales Spannungsfeld bleibt die Wahrnehmung von Nachhaltigkeit. Während Investitionen in Digitalisierung als selbstverständlich gelten, wird Nachhaltigkeit noch häufig als Kostenblock betrachtet. Dass diese Sichtweise zu kurz greift, zeigte Birgit Elsener von der SBB Infrastruktur. Insbesondere die Kreislaufwirtschaft wird zunehmend als wirtschaftlicher Hebel verstanden. Bestehende Infrastrukturen werden als Materialressourcen genutzt, wodurch Kosten gesenkt und Abhängigkeiten reduziert werden.

«Kreislaufwirtschaft ist kein ökologisches Ideal, sondern ein wirtschaftlicher Hebel. Wer bestehende Ressourcen intelligent nutzt, reduziert Kosten, stärkt die Resilienz und erschliesst neue Potenziale.»

Birgit Elsener
Senior Projektleiterin Umwelt und Nachhaltigkeit, SBB Infrastruktur

Strategie und Positionierung

Dass Nachhaltigkeit vor allem durch klare strategische Entscheidungen Wirkung entfaltet, zeigte Pascal Jenny am Beispiel von Arosa. Der Fokus auf nahe Märkte und der bewusste Verzicht auf Fernmärkte reduziert nicht nur Emissionen, sondern schärft auch die Positionierung und stärkt die Glaubwürdigkeit.

«Nachhaltigkeit entsteht durch klare Entscheidungen. Wer den Mut hat, sich bewusst zu positionieren und auch auf Fernmärkte zu verzichten, stärkt Authentizität, reduziert Komplexität und gewinnt an Profil.»

Pascal Jenny
Präsident Arosa Tourismus, Vizepräsident Swiss Olympic

Umsetzung als entscheidender Faktor

Nachhaltigkeit entfaltet ihr volles Potenzial insbesondere im Zusammenspiel mit Innovation und Digitalisierung. Transparente Materialflüsse, optimierte Lebenszyklen und effizientere Ressourcennutzung werden erst durch digitale Technologien möglich. Daraus entsteht ein systemischer Wettbewerbsvorteil.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die grösste Herausforderung nicht im Wissen liegt, sondern in der Umsetzung. Viele Technologien sind vorhanden, entscheidend ist ihre konsequente Anwendung und Integration in bestehende Systeme.

«Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Technologien sind vorhanden, entscheidend ist, dass wir schneller handeln und Nachhaltigkeit konsequent in unsere Systeme integrieren.»

Nathalie Casas
Departementsleiterin Energie, Mobilität und Umwelt, Empa Dübendorf

Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der Organisation selbst. Nachhaltigkeit ist kein isoliertes Projekt, sondern muss tief in der Unternehmenskultur verankert sein. Sie erfordert neue Formen der Zusammenarbeit, einen intensiven Dialog mit den Kunden und eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit.

«Nachhaltigkeit ist kein Projekt, sondern eine Haltung. Erst wenn sie in allen Prozessen und in der Unternehmenskultur verankert ist, wird sie zum echten Wettbewerbsvorteil.»

Christian Appert
Group CEO

Für die Bau- und Immobilienbranche ergibt sich daraus ein klares Bild. Der Fokus verschiebt sich von kurzfristigen Baukosten hin zu Lebenszyklen, Ressourceneffizienz und langfristigem Werterhalt. Sanierungen gewinnen an Bedeutung, Gebäude werden zunehmend als Materialdepots verstanden und zirkuläre Modelle ersetzen lineare Prozesse.

Viele Lösungen sind bereits vorhanden. Entscheidend ist ihre konsequente Anwendung im Markt.

Das A+W Forum 2026 macht deutlich, dass Nachhaltigkeit kein Trend ist, sondern die Grundlage zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die diese Entwicklung aktiv gestalten, profitieren von klarer Positionierung, höherer Resilienz und gesteigerter Innovationsfähigkeit.

Über das A+W Forum

Das A+W Forum ist eine Plattform, die zentrale Entwicklungen der Branche frühzeitig aufgreift und den Austausch zwischen Wirtschaft, Forschung und Praxis fördert.