© Martin Schmid

Die Lägern Hochwacht gewinnt den Schweizer Solarpreis 2022

Das Gesamtenergiekonzept der Lägern Hochwacht hat die Jury überzeugt. A+W ist nun stolze Trägerin des Schweizer Solarpreises. Die Ehre gilt der weitsichtigen Auftraggeberin Sibylle Hauser, dem innovativen Office Leibundgut Bühler Hartmann sowie dem ganzen Projektteam von A+W, in diesem Gespräch vertreten durch Stefan Brändle, Leiter unseres Solarteams, und Simon Büttgenbach, Gesamtprojektleiter.

Herzliche Gratulation dem ganzen Team zum Schweizer Solarpreis!

Danke. Wir arbeiten seit Jahren intensiv an der Nutzung von Solarenergie und nun wird unser Engagement im Rahmen dieses Projektes auf nationaler Ebene gewürdigt. Die damit verbundene Strahlkraft ist sehr erfreulich und macht uns auch stolz.
Der Preis steht für die Anerkennung und den Lohn für den jahrelangen, motivierten Einsatz unseres ganzen Teams und weiteren engagierten Persönlichkeiten wie der Bauherrschaft, die massgeblich zum Erfolg dieses Projektes beigetragen haben.

(Anm.: Auf dem Bild oben v. l. n r.: Damian Gort, Stefan Brändle, Johannes Leibundgut, Simon Büttgenbach, Rolf Mielebacher, Sibylle Hauser, Oliver Franz, Bernhard Thissen, Denis Sunthorn.)

Bei der Lägern Hochwacht handelt es sich um eine komplexe Sanierung. Welche Herausforderungen galt es im Team zu bewältigen?

Mit dem Standort der Lägern auf über 850 Metern über Meer und der Anforderung an das Energiekonzept, dass keine Emissionen inkl. Lärm, Transportfahrten oder Rauch entstehen, waren die Rahmenbedingungen bereits sehr komplex und kreative Lösungen gefragt. Bevor das Gesamtenergiekonzept schliesslich umgesetzt werden konnte, mussten diverse Genehmigungen eingeholt werden. Um einige Elemente zu nennen: Das Ausflugsrestaurant Lägern Hochwacht befindet sich ausserhalb der Bauzone, ohne öffentliche Strassenanbindung. Es steht zudem unter Denkmalschutz und den Waldschutz galt es ebenfalls zu berücksichtigen. 
Ausserdem wollten wir einen möglichst hohen Grad an Selbstversorgung erreichen und der Nachhaltigkeit der Energiesysteme eine grosse Gewichtung beimessen. So haben wir bewusst mit Schweizer Herstellern zusammengearbeitet und nach Möglichkeit lokale Produkte eingesetzt.   

Ein besonderes Augenmerk gilt dem seltenen Einsatz eines Eisspeichers. Was hat es damit auf sich?

Wir haben einen ehemaligen, nahegelegenen Militärbunker als saisonalen Eisspeicher umgebaut. Die Umnutzung von bestehender Infrastruktur bringt meistens einige technische Herausforderungen mit sich. Wir haben uns diesen gestellt, und zwar einfach aus der Not heraus, dass andere Lösungsansätze sich nach Überprüfung als nicht geeignet herausstellten. Schlussendlich stellte sich die Lösung bestehende Infrastruktur zu nutzen als Glücksfall heraus, da wir dadurch die graue Energie für die Eisspeichererstellung minimieren konnten. 

Konnten die Anforderungen an Selbstversorgung und Nachhaltigkeit schlussendlich erfüllt werden? 

Grundsätzlich dürfen wir sagen, ja. Es gab gar keine andere Lösung dort oben, als die Energie dezentral zu produzieren und saisonal zu speichern.
Dennoch stand im Verlauf der Planung fest, dass nur 40% des Energieverbrauchs der Lägern durch lokale Produktion gedeckt werden kann. Der Rest muss nun in Form von erneuerbarer Elektrizität zugeführt werden. Grund dafür ist der Restaurantbetrieb mit seinem enormen Wasser- und Strombedarf, der für Kochen, Abwasch und Kühlung benötigt wird. Mit dem Gesamtenergiekonzept konnte aber der alte Ölkessel ersetzt werden und die Lägern wird nun vollständig erneuerbar und fossilfrei versorgt – ganz nach dem Motto: «Es gibt immer eine erneuerbare Lösung».

Wie blickt ihr in die Zukunft, jetzt mit dem Solarpreis in der Hand?

Wir wünschen uns, dass wir weiterhin als kompetente Partnerin für spannende Projekte wahrgenommen und mit entsprechenden Herausforderungen konfrontiert werden. Denn das Potenzial, sich weiterzuentwickeln und Innovationen in den Markt zu bringen, ist bei komplexen Projekten am grössten.
Wir freuen uns wirklich sehr über das gelungene Projekt und können gerade jetzt im Herbst allen wärmstens empfehlen, die Wanderschuhe zu schnüren und sich selber ein Bild von der neuen Lägern Hochwacht zu machen.
 

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