Marienhof, Bern

Sanierung, Umbau und Wiederherstellung

Am Eingang des Kirchenfeldquartiers in Bern wurde die Liegenschaft an der Marienstrasse 8 umfassend saniert und neu positioniert. Der ursprünglich 1889 erstellte Bau, der in den 1960er-Jahren stark überformt wurde, sollte in seiner Erscheinung wieder näher an den Ursprungszustand herangeführt werden. Die Fassadengestaltung setzte dabei bewusst auf wenige, rohe Materialien und eine reduzierte Detailierung. So entstand ein eigenständiger Ausdruck, ohne den Charakter eines Nachbaus.

Die Nutzung wurde neu organisiert: In den unteren Geschossen entstanden Büroflächen und Arztpraxen, in den Obergeschossen und im Dachgeschoss Mietwohnungen. Drei südseitige Innenhöfe bringen Tageslicht in die tiefen Grundrisse der ehemaligen Druckereiflächen im Erd- und Untergeschoss und ermöglichen hochwertige Arbeitsräume. Die Wohnungen profitieren von grosszügigen Aussenräumen mit umlaufenden Balkonen, Dachterrasse und nutzbaren Flachdächern.

Die Gebäudetechnik wurde kompakt im zweiten Untergeschoss im ehemaligen Luftschutzkeller angeordnet. Diese zentrale Position ermöglicht eine klare, effiziente Erschliessung der unterschiedlichen Nutzungen. Die Integration in die bestehende Struktur erforderte eine enge Abstimmung mit Tragwerk und Architektur, insbesondere aufgrund der heterogenen Bauweise des Bestands.

Die vorhandene Tragstruktur ist das Resultat zahlreicher Umbauten und entsprechend uneinheitlich. Da nur wenige Bestandsunterlagen vorhanden waren und Sondagen nur punktuell möglich waren, mussten viele Annahmen im laufenden Prozess überprüft und angepasst werden. Während der Ausführung zeigte sich wiederholt, dass flexible Lösungen gefragt sind.

Eine besondere Herausforderung stellte der Ersatz der bestehenden Decken dar, da die Fassaden erhalten bleiben mussten. Dies bedingte eine aufwendige Sicherung der Gebäudehülle und eine präzise Etappierung der Bauarbeiten. Ergänzend wurde ein Konzept zur Überwachung von Setzungen und Neigungen umgesetzt, um die Stabilität des Gebäudes jederzeit sicherzustellen.

Insgesamt zeigt das Projekt den Umgang mit einem komplexen Bestand unter engen räumlichen Verhältnissen und hohen Anforderungen an Koordination und Planung. 

© Carolina Piasecki
Marc Hayoz

Marc Hayoz
Teamleiter Lüftung
A+W Bern

Marc Vetsch

Marc Vetsch
Bereichsleiter HLK
A+W Bern

Beteiligte

Bauherrschaft

  • RefBernImmo AG

Architektur

  • mrh architektur

Nutzung

  • Büro, Praxen, Wohnungen

Facts & Figures

Leistungen Amstein + Walthert

  • Gebäudetechnikplanung HLKS/E/GA
2022
Planungsbeginn
2025
Ausführungsende
6
Geschosse
1'326 m²
Grundstückfläche GSF
2'319 m²
Hauptnutzungsfläche HNF
554 m²
Nebennutzungsfläche NNF