Stadt Zürich, Amt für Hochbauten, Studie

Studie: Sind die Treibhausgasemissionen der Gebäudetechnik mittels BIM berechenbar?

Im Auftrag des Amts für Hochbauten (AHB) der Stadt Zürich untersuchte Amstein + Walthert, ob die grauen Treibhausgasemissionen (gTHG) der Gebäudetechnik zuverlässig aus BIM‑Modellen abgeleitet werden können. Ziel war es, die heutigen, pauschalen Berechnungsmethoden durch eine präzisere, bauteilbasierte Auswertung zu ersetzen und dadurch fundierte Grundlagen für ökologische Entscheidungen zu schaffen. 

Im Rahmen der Studie wurden die Lüftungsanlagen dreier Schulhäuser (Leimbach, Tüffenwies, Triemli/ In der Ey) detailliert analysiert. Trotz unterschiedlicher Modellierungsqualitäten und heterogenen IFC‑Strukturen zeigte sich: Eine belastbare Berechnung der gTHG ist möglich, sofern Geometrie, Klassifikation und wesentliche Merkmale konsequent modelliert werden. Für Leitungen wurde eine geometrische Methode eingesetzt, während komplexe Komponenten über «Environmental Product Declarations» bewertet wurden.

Die Ergebnisse liefern vergleichbare Werte in kg CO₂‑eq/m²·a und bestätigen die Machbarkeit einer systematischen BIM‑basierten Ökobilanzierung. Auf Basis dieser Erkenntnisse definierte Amstein + Walthert konkrete Empfehlungen zu Modellierungsqualität, IFC‑Standards, Merkmalanforderungen und Typisierung. Sie bilden die Grundlage für zukünftige AHB‑Projekte und ermöglichen perspektivisch eine skalierbare Auswertung auf Portfolioebene.

Periklis Kyriakidis

Periklis Kyriakidis
Senior Consultant BIM
A+W Zürich

Daniel Dummermuth

Daniel Dummermuth
Bereichsleiter BIM/VDC
A+W Zürich

Beteiligte

Auftraggeberin

  • Amt für Hochbauten Stadt Zürich

Facts & Figures

Leistungen Amstein + Walthert

  • BIM-Beratung
  • Nachhaltiges Immobilienmanagement
  • Life Cycle Management
Februar 2025
Studienbeginn
Januar 2026
Studienende

Speziell in diesem Projekt

Nachhaltigkeit

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse eröffnen dem Amt für Hochbauten neue strategische Perspektiven für den Umgang mit BIM‑Daten und der ökologischen Bewertung der Gebäudetechnik. Ein zentrales Zukunftsthema ist die portfoliobreite Analyse unterschiedlicher Objektarten. Durch die Anwendung der entwickelten Methode auf weitere Gebäudetypen – etwa Verwaltungsbauten, Sporthallen oder Infrastrukturanlagen – lässt sich ein konsistentes, vergleichbares Bild der grauen Treibhausgasemissionen über das gesamte AHB‑Portfolio hinweg erstellen. Dies ermöglicht nicht nur Benchmarking über Planer und Projekte, sondern auch die Identifikation von Mustern, Optimierungspotenzialen und strategischen Hebeln zur CO₂‑Reduktion. Ein weiterer wichtiger Entwicklungspfad ist der Aufbau einer strukturierten Datenbank zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft. Die in BIM‑Modellen enthaltenen Informationen zu Materialien, Mengen, Komponenten und Lebensdauern können systematisch gesammelt, harmonisiert und langfristig zu einem digitalen Materialkataster des Hochbaus ausgebaut werden. Eine solche Datenbasis bietet Mehrwert für Rückbau‑ und Sanierungsstrategien, Bauteilwiederverwendung und die Bewertung von Materialflüssen im Lebenszyklus. Gleichzeitig stärkt sie die Fähigkeit des AHB, ökologische Kennzahlen kontinuierlich zu überwachen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Diese beiden Themen bilden die Grundlage für eine nachhaltige, standardisierte und zukunftsorientierte Bewirtschaftung des städtischen Gebäudeportfolios.