Papieri Cham - Ladeinfrastruktur der Zukunft

Auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik in Cham entsteht auf elf Hektaren in sechs Etappen ein völlig neues Quartier mit rund 1'000 Wohnungen und 1'000 Arbeitsplätzen. Das neue Quartier direkt an der Lorze bietet einen attraktiven Mix aus Wohnungen, Lofts, Arbeitsplätzen, Ateliers, Freiräumen und publikumsorientierten Nutzungen. Mit dem Bezug der ersten Etappe im September 2022 wurde nun die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge an die künftigen Nutzer übergeben. Diese wurde nach dem Konzept von Amstein + Walthert erstellt, ausgeführt von der WWZ Energie AG und GoFast.

AC-Ladestationen in den Tiefgaragen

In den Tiefgaragen der Papieri Cham sind für private und halb-öffentliche Parkplätze in der ersten Etappe 100 Ladestationen in zwei verschiedenen Tiefgaragen installiert worden. Um mögliche Lastspitzen, wie sie voraussichtlich mittags oder abends auftreten würden, verlagern und verteilen zu können, wurden alle Stationen an das Lade-Lastmanagement angeschlossen.

Für die Elektromobilität wurde ein dynamisches Lastmanagement vorgesehen, welches auch den Bedarf anderer Verbraucher an derselben Verteilung mitberücksichtigt. So kann aus der vorhandenen Infrastruktur der maximale Nutzen erzielt werden. Der Ladepark kann langfristig bis zum kalkulierten Maximalausbau erweitert werden, dann wären 80 % aller vorhandenen Parkplätze mit einer Ladestation bestückt – vielleicht sogar noch mehr.

DC-Schnellladestationen oberirdisch

Für beschleunigte Ladevorgänge sind aktuell zwei Schnellladestation verfügbar. So kann an der 50kW Ladestation der WWZ das Elektrofahrzeug während einer Mahlzeit, eines Friseurbesuchs oder bei jeder anderen Gelegenheit nachgetankt werden. Ganz eilige, die nur Zeit für einen Ristretto mitbringen, können ihr Elektrofahrzeug mit 3-facher Geschwindigkeit an der ristretto&charge Ladestation von GoFast mit 150kW laden.
Auch die Schnellladestationen verfügen über eine Anbindung an das übergeordnete Lastmanagement, welches zur Spitzenlastoptimierung die Ladeleistung im Sekundenbereich temporär drosseln und wieder freigeben kann. Über das Backend des Ladenetzwerkbetreibers lässt sich auch der Gesamtbezug eines Schwarms an Ladestationen regeln. So wird sichergestellt, dass die vorgeschalteten Sicherungen nicht überlastet werden und eine faire Verteilung der zur Verfügung stehenden Energie erfolgt.

Wie geht es weiter?

Mit der wachsenden Nachfrage und dem Angebot an alternativ angetriebenen Fahrzeugen kann sich auf dem Papieri-Areal auch die Ladeinfrastruktur, dank grosszügiger Dimensionierung der langjährig vorgesehenen Verteilanlagen, stetig weiterentwickeln.
Um bei Bedarf zusätzliche Schnelladestationen errichten zu können, sind bereits weitere Fundamentschächte vorbereitet worden. So könnte hier einer der ersten Schweizer Schnellladeparks mit mehr als 10 DC-Ladestationen inmitten eines Wohn- und Geschäftsquartiers entstehen, das Papieri-Areal würde dadurch zu einem attraktiven Standort für Car-Sharing Angebote.

«Die Voraussetzungen für einen der ersten Schweizer Schnellladeparks mit mehr als 10 DC-Ladestationen inmitten eines Wohn- und Geschäftsquartiers sind geschaffen.»

Gehrig Christian
Senior PL Elektro

Energie Cluster mit null CO2-Emission

Auf dem Papieri Arealberuht die gesamte Energieversorgung auf erneuerbaren Energien. Mit dem eigenen Flusskraftwerk und den Photovoltaik-Anlagen werden rund 40 Prozent des Strombedarfs auf dem Areal selbst erzeugt.
Als erstes Areal im Kanton Zug wurde die Papieri Ende 2021 mit dem Label «2000-Watt-Areal» des Bundesamtes für Energie ausgezeichnet. Kernstück der Umsetzung ist das arealweite Energie-Netzwerk, das direkt vor Ort auf innovative Weise die verfügbaren Energiequellen wie Wärme, Kälte und Strom verbindet. Das Fernwärme- und Kältesystem sorgt für die autarke Wärme- und Kälteversorgung sämtlicher Gebäude auf dem Areal – und das vollkommen CO2-neutral.