© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert

Inselspital Frauenklinik Bern

Inbetriebnahme Frauenklinik

Die Instandsetzung der Frauenklinik des Inselspitals Bern ist ein komplexes Umbauprojekt auf bestehendem Spitalareal. Das Gebäude wurde im Innern weitgehend auf den Rohbau zurückgeführt, einer Schadstoffsanierung unterzogen und die Gebäudetechnik neu aufgebaut. Die Nutzung umfasst sieben Operationsräume, zwei Labore, Bettenabteilungen, eine grosse Neonatologie, zahlreiche Spezial- und Untersuchungsräume sowie ein Restaurant. 

Im Rahmen dieses Projekts verantwortete A+W die Gesamtplanung der Gebäudetechnik über sämtliche Fachbereiche HLKSE, Gebäudeautomation (GA), Rohrpost, sowie die Brandschutzplanung. Ziel war die Realisierung einer vollständig neuen, zukunftsorientierten technischen Infrastruktur, welche höchste Anforderungen an Betriebssicherheit, Energieeffizienz, Hygiene und Verfügbarkeit erfüllt.

Im Bereich Elektro wurde eine neue Netzersatzanlage mit den dazugehörigen Hauptverteilungen und sicherheitsrelevanten Stromversorgungssystemen realisiert. Ergänzend wurden sämtliche für den Spitalbetrieb erforderlichen Schwachstromanlagen geplant und in die Gesamtinfrastruktur integriert. Die Wärme- und Kälteversorgung basiert auf einer neuen Kältemaschine mit konsequenter Abwärmenutzung. Durch die redundante Anbindung an die Areal-Kälte- und Wärmeversorgung wird eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Für die raumlufttechnischen Anlagen wurden moderne Komfort- und Speziallüftungen umgesetzt. Besonders anspruchsvoll waren die Laborlüftungen nach GMP- und GEP-Anforderungen mit präziser Raumdruckregulierung und spezifischer Luftaufbereitung zur Sicherstellung der geforderten Umgebungsbedingungen.

Im Sanitärbereich wurde eine leistungsfähige Brauchwarmwasseraufbereitung entwickelt, welche den hohen Anforderungen an die Trinkwasserhygiene im Gesundheitswesen gerecht wird. Die moderne Gebäudeautomation ermöglicht eine zentrale Überwachung und Steuerung sämtlicher technischen Anlagen sowie eine bedarfsgerechte Einzelraumregelung.

Die Planung erfolgte vollständig BIM-basiert und umfasste die räumliche und technische Koordination aller Gewerke. Dadurch konnten Schnittstellen frühzeitig bereinigt und ein effizienter Projektablauf sichergestellt werden.

Aufgrund der langen Projektlaufzeit, mehrerer Wechsel in der Gesamtleitung und bei Planungspartnern war eine kontinuierliche technische Projektführung besonders wichtig. Die Schlussphase war geprägt von hohen Terminanforderungen, zahlreichen Schnittstellen und eingetretenen Risiken, was höchste Anforderungen an das Inbetriebsetzungsmanagement stellte. Mit verstärkter Präsenz der Fachbauleitung vor Ort, modellbasierter Koordination, enger Abstimmung mit Bauherrschaft und den Unternehmern wurden Abnahmen, Pendenzen und Freigaben strukturiert geführt.

Das Projekt wurde als BIM-Projekt mit Revit und Roomix bearbeitet. Trotz äusserlich zurückhaltender baulicher Veränderung verfügt die Frauenklinik heute über eine umfassend erneuerte und technisch moderne Gebäudetechnik.

© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert
© Amstein + Walthert
Manuel Klingenfuss

Manuel Klingenfuss
Bereichsleiter Gesamtleitung Technik
A+W Bern

Beteiligte

Bauherrschaft

  • Insel Gruppe AG / Inselstiftung Bern

Architektur

  • Steigerconcept AG
  • ANS Architekten AG
  • Itten+Brechbühl AG

Nutzer:in

  • Inselspital Bern, Frauen- und Augenklinik

Facts & Figures

Leistungen Amstein + Walthert

  • HLKS/E/GA-Planung
  • Brandschutzplanung
  • Leitung Gebäudetechnik
  • Fachkoordination technisch/räumlich
  • Fachbauleitung und IBS-Management
  • BIM/Revit, Roomix, Lean-Methodik
2012
Planungsbeginn
2026
Ausführungsende
22. August 2026
Umzug Frauenklinik
5. September 2026
Einzug Augenklinik
ca. 27'815 m²
Geschossfläche
ca. 107'626 m³
Volumen SIA

Speziell in diesem Projekt

Energie

Die Gebäudetechnik der Frauenklinik wurde umfassend erneuert und auf einen zeitgemässen technischen Stand gebracht. Dazu gehören leistungsfähige HLKS- und Elektroanlagen, Energieversorgung, Notstromversorgung und die gebäudetechnische Einbindung anspruchsvoller Spitalnutzungen wie OP-Bereiche, Neonatologie, Labore und Spezialräume.

Innovation

Die Inbetriebsetzung wurde mit Roomix konzeptionell vorbereitet und in der Ausführung mit Lean-Methodiken geführt. Die strukturierte Koordination von Unternehmern, Fachbauleitung, Betrieb und Bauherrschaft ermöglichte eine kontrollierte Schlussphase trotz hoher Termindichte und komplexer technischer Abhängigkeiten.

Nachhaltigkeit

Durch den weitgehenden Rückbau auf den Rohbau und die umfassende Erneuerung der Gebäudetechnik konnte die bestehende Bausubstanz weiter genutzt und technisch für die künftige Spitalnutzung ertüchtigt werden. Der Fokus lag auf einer betriebssicheren, langlebigen und auf die modernen Spitalprozesse abgestimmten technischen Infrastruktur.

Digitalisierung

Das Projekt wurde als BIM-Projekt mit Revit und Roomix bearbeitet. Abnahmen, Pendenzen und Koordinationsaufgaben wurden digital und modellbasiert geführt. Dadurch konnten die zahlreichen Schnittstellen in der Schlussphase strukturiert bearbeitet und die Inbetriebsetzung nachvollziehbar dokumentiert werden.